» Krankheiten

Viele Menschen im nördlicheren Europa sind immer wieder verunsichert, einem Hund aus Spanien, Italien, der Türkei usw. ein neues Zuhause zu geben, weil das Schreckgespenst „Mittelmeerkrankheiten“ immer wieder grassiert.

Dagegen kann man nur sagen, dass z.B. Ehrlichiose, Babesiose und Dirofilariose (Herzwümer) fast in allen Fällen wieder mit der richtigen Medikamentengabe komplett ausgeheilt werden können. Ein besonderes Augenmerk bei den Mittelmeerkrankheiten liegt dabei auch auf der Leishmaniose, die oft ein ganzes Leben (ähnlich wie Malaria beim Menschen) behandelt werden muss, da sie bei einer Nichtbehandlung zu schweren Organschädigungen führen kann.
Mit dem richtigen Medikament (nachzulesen im weiteren Verlauf dieser Seite) kann der Hund jedoch häufig ein normales unbeschwertes Lebensalter erreichen.

 

Babesiose

Babesiose wird durch eine bestimme Zeckenart (Rhipicephalus und Dermacentor) übertragen, die mittlerweile schon in großen Teilen Europas heimisch ist. Die Erreger, Babesien (Einzeller) genannt, befallen die roten Blutkörperchen und zerstören sie. Die Symptome sind je nach Krankheitsverlauf und -heftigkeit unterschiedlich und deswegen für Tierärzte oft schwer zu diagnostizieren.

Einige typische Symptome sind:
Stark beeinträchtigtes Allgemeinempfinden, Apathie, Mattigkeit, Fieber, blasse Schleimhäute Lähmungen, Bewegungsstörungen, Abmagern, Milz und /oder Leberwerte nicht im Normbereich, manchmal Hautveränderungen…
Sollten Hunde solche Auffälligkeiten zeigen, bitte unbedingt auf Babesiose testen lassen. Zu spät erkannte Babesiose kann tödlich enden. Früh erkannt ist sie durchaus heilbar!

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LABORDIAGNOSTIK
Schon ab dem 10. Tag nach Infektion sind Antikörper nachweisbar.
Titer < 1:20 sind negativ.
Titer >= 1:40 sprechen für eine vorausgegangene Infektion.
Akutes Stadium: Hämolytische Anämie und ihre Folgen mit erhöhtem Bilirubin und LDH, Reticulozytenose und Hämoglobinurie. Der Coombstest fällt häufig positiv aus.
Chronisches Stadium: Die Hämolyse tritt in den Hintergrund. Die Anämie bleibt bestehen, verliert aber zunehmend ihren regenerativen Charakter. Häufig entsteht gleichzeitig eine Leukopenie. Leberwerte sind i.d.R. erhöht.
Da es in Deutschland zur Zeit kein wirklich wirksames, zugelassenes Präparat gibt, kann der Tierarzt über die internationale Apotheke ein Präparat aus Frankreich besorgen, das zuverlässig wirkt (so die Krankheit nicht zu spät erkannt wird). Die zur Zeit in Deutschland verwendeten Präparate töten die Erreger nicht ab, sondern drängen sie nur in den Hintergrund und sind sehr aggressiv gegen Niere und Leber.
ACHTUNG: Ein Hund, der positiv auf Babesien getestet wurde, muss SOFORT behandelt werden. Häufig kommt es durch den Babesienbefall zu Kreuzreaktionen und auch andere Titer sind erhöht. Das bedeutet nicht zwigend, dass der Hund mehrere Krankheiten auf einmal hat.
Babesien sind nicht von Hund zu Hund oder Hund zu Mensch übertragbar. Nur diese besondere Zeckenart ist Überträger. Scalibor-Halsbänder sind wie bei anderen Zeckenarten und Sandmücken (Überträger Leishmaniose) auch hier eine bewährte Präventionsmaßnahme.

 

Ehrlichiose

Auch die Ehrlichiose wird durch Zecken übertragen. Häufig gehen Ehrlichiose und Babesiose Hand in Hand, da die betreffenden Zecken beide Erreger übertragen. Ehrlichiose ist in fast ganz Europa verbreitet. Die Inkubationszeit liegt bei 8-20 Tagen. Ehrlichien befallen die weissen Blutkörperchen und schädigen das Immunsystem. Die Symptomatik reicht von „keine Symptome“ bis zur Juckreiz, Übelkeit, Gelenksbeschwerden, Fieber, Absinken der Thrombozyten (Blutungsneigung!).

Ehrlichiose ist – rechtzeitig erkannt – durch eine mehrwöchige Antibiotikatherpaie (DoxycyclinHYCLAT) sehr gut heilbar.
Auch hier bieten Scalibor-Halsbänder Schutz.

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Leishmaniose

Die Krankheit, die von einigen Tierärzten leider immer vorschnell diagnostiziert wird, wenn ein Hund aus dem Süden kommt. Leider werden dadurch andere Infektionskrankheiten außer acht gelassen und oft kommt es zu Schwersterkrankungen, weil die falsche Erkrankung behandelt wird. Leishmaniose darf keinesfalls unterschätzt werden, aber nicht jeder spanische Hund mit Durchfall oder Hautveränderungen leidet „automatisch“ daran. In Mitteleuropa wird die Leishmaniose als klassische tropenmedizinische Infektionskrankheit gesehen. Sie nimmt derzeit stark zu und durch den wachsenden Tourismus in die Mittelmeerregionen steigt auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich die Zahl der Leishmaniosen bei Mensch und Tier.

Die Leishmanien können NUR DURCH SANDMÜCKEN der Gattung Phlebotomus übertragen werden. Hin und wieder wird behauptet, dass Leishmanien durch Zecken, Flöhe, andere Mückenarten oder Milben, durch Beissereien zwischen Hunden oder durch Speichel übertragen werden, diese Aussagen sind schlichtweg falsch und nicht dokumentiert !
Diese Sandmücken wurden in Deutschland 1999 entdeckt.

Durch den nächtlichen Stich der Sandmücke werden die Leishmanien zunächst unter der Haut und dann über das Blut in weitere Organe (Milz, Leber, Knochenmark) verbreitet. Krankheitsanzeichen treten oft erst WOCHEN, MONATE ODER JAHRE NACH DER ANSTECKUNG auf. Das Ausmaß reicht von Hautrötungen bishin zu eitrigen Geschwüren, die nur schwer oder nicht heilen. Nasenbluten, unstillbarer Durchfall, allgemeine Trägheit etc. runden das Bild ab. Es gibt aber keine typischen Symptome, die ausschließlich auf Leishmaniose deuten.

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In Europa findet man nur die viscerale Form der Leishmaniose, die äußeren Veränderungen sind stets sekundär, immer sind auch die inneren Organe mehr oder weniger stark betroffen (vor allem Niere, Leber). Eine Blutuntersuchung in Verbindung mit einem „Großen Blutbild“ gibt Aufschluss über die Schwere der Erkrankung.
EINE LEISHMANIOSETHERAPIE IST NUR DANN ERFOLGREICH, WENN KEINE ANDERE (PARASITÄRE) INFEKTION VORLIEGT. AUSGESCHLOSSEN WERDEN MUSS ZUVOR EINE EHRLICHIOSE, BABESIOSE, BORRELIOSE, DIROFILARIOSE UND DER HUND MUSS ENTWURMT SEIN!

 

Dirofilariose (Herzwurmerkrankung)

Herzwürmer werden durch große Stechmücken, manchmal auch durch Zecken oder Flöhe übertragen. Auch eine Infektion im Mutterleib ist möglich.

Von der Haut wandern die Larven der Herzwürmer in die Muskulatur, dringen in die Blutbahn ein und gelangen so bis zum Herzen. Die Würmer leben dann in den Blutgefäßen und können diese verstopfen. Die erwachsenen Würmer werden bis 30 cm lang und siedeln sich häufig in der rechten Herzkammer und in der von dort in die Lunge führende Arterie an. Es kommt zu Einschränkungen der Herzfunktion. Atemnot, Gewichtsverlust und chronischer Husten sind typische Symptome.
Ein Nachweis im Labor ist erforderlich.
Als effektive Behandlung haben sich Spot-On-Präparate (Stronghold) erwiesen, da es auch die übertragenen Filarien im Blut abtötet. Große Würmer müssen eventuell operativ entfernt werden. Gegen Dirofilariose bietet das Scalibor-Halsband keinen ausreichenden Schutz, da es die großen Stechmücken nicht abwehrt. Stronghold ist eine zuverlässige Alternative.

 

(Mit freundlicher Genehmigung von www.tierschutzverein-europa.de)

 

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an:

Eva Brück

e.brueck(at)vergessene-pfoten.de


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