Vergessene Pfoten e.V.
Nur mit dem Unmöglichen als Ziel kommt man zum Möglichen
5. September 2026
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» Liebe auf Zeit: Vom Mut, alten Hunden sein Herz zu schenken – und dem Schmerz des Abschieds 🖤

Liebe auf Zeit: Vom Mut, alten Hunden sein Herz zu schenken – und dem Schmerz des Abschieds 🖤
Oft werden wir gefragt, wie wir es ertragen können, alte oder kranke Hunde aufzunehmen, in dem Wissen, dass die gemeinsame Zeit sehr endlich ist. Ich möchte versuchen, diese Frage aus unserer Sicht zu beantworten.
Schon vor unserer Zeit der Zusammenarbeit mit den Vergessenen Pfoten hatten wir ein großes Herz für die ungewollten, schwer vermittelbaren Hunde. Seitdem wir in Spanien leben, haben wir Kontakt zu den Vergessenen Pfoten, erst als Adoptanten, inzwischen als aktive Unterstützung im Refugio und im Team.
Die Entscheidung für einen alten, kranken Hund begann mit Monty- einem schwer misshandelten, älteren Mastín Español.
Monty stellte unsere Welt auf den Kopf- im positiven Sinne. Einen so liebenswürdigen Hund haben wir noch nie erlebt. Wir sagten damals, wenn jeder Mensch einen Monty hätte, sähe die Welt ein bisschen besser aus. Abgesehen von der Liebe zu dieser Rasse hat Monty uns etwas wichtiges gelehrt: Der Schmerz des Verlusts ist unfassbar groß, aber das, was uns dieser Hund gegeben hat, was wir diesem Hund geben konnten, ist es wert.
Seitdem sind viele alte und/ oder kranke Hunde zu uns gekommen. Sei es adoptiert oder auf Dauerpflegestelle (auch unsere finanziellen Kapazitäten sind nicht unbegrenzt, aber darum solll es hier nicht gehen).
Und jeder einzelne hat unser Leben auf die eine oder andere Art bereichert und uns vieles beigebracht. Angefangen bei Demut und Respekt dem Leben gegenüber bis hin zur Fähigkeit, auch vermeintliche Kleinigkeiten wertschätzen zu können. Wir möchten euch einige Beispiele nennen:
Bruce, der 10jährige Mastín Español, der ausgesetzt wurde und nahezu lebensmüde hier ankam. Er fand hier in den knapp drei Jahren seinen Stolz wieder, blühte auf und machte seinen Job- er beschützte das Grundstück.
Cooper, der 12jährige Schäferhund, der sein ganzes Leben in einer Garage verbrachte- er hat in den 2,5 Jahren bei uns ein komplettes Leben durchlaufen. Getobt wie ein Welpe, geprollt wie ein pubertierender Jüngling, erwachsen die Welt erkundet und am Ende gelassen wie der alte Hund, der er tatsächlich war.
Orlando, der zwar noch nicht alt war, aber mit Lungenkrebs im Endstadium kam und die letzte Woche seines Lebens umsorgt und geliebt im Bett schlafen durfte.
Diese Liste ließ sich noch weit fortführen.
Aber um zur Ausgangsfrage zurückkehren: Ja, es zerreißt uns jedes Mal das Herz, wenn ein Hund gehen muss. Und jedes Mal fragen wir uns, warum wir uns das antun. Jedes Mal geht ein Stück vom Herzen. Aber dann besinnen wir uns auf das, was wesentlich ist: Den Fokus auf das Leben. Auf die vielen unglaublich schönen Momente, Zeiten, Erlebnisse. Diese Hunde haben es einfach verdient.
„Jeder Hund ist ein Hund fürs Leben. Es spielt keine Rolle, wie viele du hattest. Jeder einzelne verändert dich. Heilt dich. Besitzt ein Stück von dir. Und wenn er geht, bleibt dieses Stück für immer bei ihm.“* Und das ist auch gut so. Das Leben ist endlich. Aber auch diese Hunde haben es einfach nur verdient, noch ein schönes Leben zu haben. Man muss versuchen, seinen Blickwinkel auf die gemeinsame Zeit zu richten, nicht auf die, zugegebenermaßen furchtbare, Zeit des Verlusts oder die oftmals schwere Zeit der Krankheit oder des Alters.
Wir möchten mit einem Text enden, der diese Gedanken besser zusammenfasst, als wir es könnten:
„Man kann Tränen vergießen, weil sie gegangen sind oder man kann lächeln, weil sie gelebt haben.
Man kann seine Augen verschließen und beten, dass sie wiederkehren oder man kann seine Augen öffnen, und all das sehen, was sie hinterlassen haben.
Das Herz kann leer sein, weil man sie nicht mehr sehen kann oder man kann voller Liebe sein, die man mit ihnen geteilt hat.
Man kann sich vom Morgen abwenden und im Gestern leben oder man kann glücklich sein wegen des Vergangenen.
Man kann sich erinnern, dass sie gegangen sind oder ihr Andenken bewahren und sie weiterleben lassen .
Man kann weinen und sich verschließen, leer sein oder das tun, was sie gewollt hätten: lächeln, die Augen öffnen, lieben und weitermachen.“*
Randi & Helle
* Verfasser unbekannt