Vergessene Pfoten e.V.
Nur mit dem Unmöglichen als Ziel kommt man zum Möglichen
5. September 2026
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» Reisebericht von Angie – Ein Herzensprojekt beginnt 

Meine erste Reise ins Refugio Andújar – Ein Herzensprojekt beginnt

Manchmal führt das Leben Menschen zusammen, weil sie dieselbe Leidenschaft teilen. So war es auch bei mir. Unsere erste Vorsitzende Kerstin ist gleichzeitig meine Nachbarin. Da sie wusste, dass ich selbst vier Katzen habe und eine davon aus dem Refugio Andújar stammt – sie wurde von ihrer ursprünglichen Adoptantin nicht behalten, sodass ich sie schließlich bei mir aufgenommen habe –, fragte sie mich, ob ich den Verein Vergessene Pfoten e.V. in der Katzenvermittlung unterstützen möchte.

Ich musste nicht lange überlegen und sagte sofort zu. Seitdem bin ich im Verein die „Katzenmutti“ und freue mich darauf, möglichst vielen Samtpfoten den Weg in ein liebevolles Zuhause zu ermöglichen.

Schon nach kurzer Zeit ergab sich für mich die Möglichkeit, gemeinsam mit einigen Teammitgliedern nach Spanien ins Refugio Andújar zu reisen. Das Ziel der Reise war klar: die Katzen persönlich kennenzulernen, das Team vor Ort zu unterstützen und mir selbst ein Bild von ihrer täglichen Arbeit zu machen.
Als ich im Refugio ankam, war ich sofort beeindruckt. Hinter jeder Katze steckt eine ganz eigene Geschichte – Geschichten von Hoffnung, Geduld und einem Neuanfang. Die Mitarbeiter und Helfer kümmern sich mit unglaublich viel Herzblut um jedes einzelne Tier und geben täglich ihr Bestes, damit es den Katzen an nichts fehlt.
Mein schönster Moment war zweifellos das erste Treffen mit den Katzen. Viele kamen neugierig auf mich zu, andere beobachteten mich zunächst vorsichtig aus sicherer Entfernung. Jede einzelne Begegnung war etwas Besonderes und hat mich tief berührt. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, die Tiere endlich nicht nur von Fotos zu kennen, sondern ihnen direkt zu begegnen.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir zwei Katzen.
Josephine ist eine unglaublich liebe und ruhige Katze. Ganz gelassen und unaufdringlich sucht sie die Nähe der Menschen. Zunächst beobachtet sie alles aus sicherer Entfernung, bevor sie Schritt für Schritt näherkommt. Hat sie Vertrauen gefasst, holt sie sich ganz vorsichtig ihre Streicheleinheiten ab. Gerade diese zurückhaltende Art hat mich tief berührt. Umso trauriger ist es, dass Josephine bereits seit über drei Jahren auf ihr eigenes Zuhause wartet. Ich wünsche ihr von Herzen, dass sie bald die Menschen findet, die ihre sanfte Art zu schätzen wissen.
Rey hingegen begrüßte uns sofort, als wir sein Gehege betraten. Ohne jede Scheu kam er direkt auf uns zu und genoss jede einzelne Streicheleinheit. Man hatte das Gefühl, als könnte er gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen. Es tat mir richtig leid, ihn wieder verlassen zu müssen, denn er hätte sich am liebsten den ganzen Tag kraulen lassen. Solche Begegnungen gehen einem direkt ins Herz und zeigen, wie sehr sich manche Katzen nach menschlicher Nähe sehnen.

Während meines Aufenthalts wurde mir schnell bewusst, dass die Arbeit des Refugios weit über die Vermittlung von Katzen hinausgeht. Eines der wichtigsten Prinzipien unseres Vereins lautet, dass wir Katzen nicht um jeden Preis vermitteln. Nur Tiere, denen ein Leben in einem eigenen Zuhause wirklich guttut und die den Kontakt zum Menschen suchen oder akzeptieren, werden in die Vermittlung aufgenommen. Katzen, die bewusst ohne Menschen leben möchten und sich in ihrem gewohnten Umfeld wohlfühlen, werden nicht vermittelt. Ihr Wohl steht immer an erster Stelle.

Besonders beeindruckt hat mich auch die durchdachte Organisation des Refugios. FeLV-positive Katzen leben in einem eigenen, von den anderen Katzen getrennten Gehege, damit sie bestmöglich versorgt werden und keine Ansteckungsgefahr besteht. Außerdem verfügt das Refugio über eine Quarantänestation. Dort bleiben neu aufgenommene Katzen, bis die Ergebnisse ihrer Bluttests vorliegen. Gleichzeitig werden dort auch besonders betreuungsintensive Tiere versorgt, beispielsweise mutterlose Kitten, die rund um die Uhr Pflege, Wärme und regelmäßige Fütterung benötigen.

Die eigentliche Hauptarbeit findet jedoch außerhalb des Refugios statt. Ein großer Teil unseres Engagements gilt den Straßenkatzen. Wir betreuen Futterstellen für Streuner und führen Kastrationsaktionen durch, um die unkontrollierte Vermehrung einzudämmen. Nur Katzen, die verletzt, krank, geschwächt oder anderweitig dringend auf Hilfe angewiesen sind, erhalten einen Platz im Refugio. Die Kapazitäten sind begrenzt, weshalb nicht jede Katze aufgenommen werden kann – so schwer diese Entscheidung auch fällt.

Die Situation der Straßenkatzen in Spanien ist nach wie vor erschütternd. Es gibt unzählige Tiere, die auf Hilfe angewiesen wären. Gleichzeitig sind die Möglichkeiten des Refugios begrenzt, sodass derzeit keine weiteren Katzen aufgenommen werden können. Umso wichtiger sind Präventionsmaßnahmen wie Kastrationen und die Versorgung der Streunerkolonien. Nur so lässt sich langfristig etwas für die Katzen vor Ort verändern.

Doch genau hier brauchen wir eure Unterstützung.

Damit wir den Straßenkatzen nachhaltig helfen können – durch Futter, medizinische Versorgung und vor allem Kastrationen – sind wir auf Spenden angewiesen. Jeder einzelne Beitrag hilft, Leid zu verhindern und den Tieren eine Chance auf ein besseres Leben zu geben.

👉 Unterstützt unsere Arbeit für die Straßenkatzen hier:
Betterplace.org – Tierschutz für Katzen

Diese Reise hat mir eindrucksvoll gezeigt, wie viel Engagement, Verantwortung und Herzblut hinter der Arbeit des Refugios Andújar und unseres Vereins Vergessene Pfoten e.V. steckt.
Hinter jeder einzelnen Vermittlung stehen viele Stunden Arbeit, sorgfältige Entscheidungen und das gemeinsame Ziel, für jede Katze den richtigen Platz zu finden – oder ihr, wenn nötig, ein sicheres Leben ohne eigenes Zuhause zu ermöglichen.

Ich bin stolz, nun Teil dieses engagierten Teams zu sein und als „Katzenmutti“ meinen Beitrag leisten zu dürfen. Die Reise nach Andújar hat mich tief bewegt und mir noch einmal vor Augen geführt, warum sich jeder Einsatz für diese Tiere lohnt. Vor allem die Begegnungen mit Josephine und Rey werde ich nie vergessen. Sie stehen stellvertretend für so viele Katzen, die nur eines suchen: Sicherheit, Geborgenheit und Menschen, die sie so annehmen, wie sie sind. Ich freue mich darauf, noch viele Katzen auf ihrem Weg in ein besseres Leben begleiten zu dürfen.