» Reisebericht von Iris und Joachim 2014

Wir, der „Vergessene Pfoten e.V.“, sind eine kleine Gruppe von Tierschützern, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, allen Tieren in Not zu helfen. Ob von der Straße, aus Tötungsstationen, Tierheimen, schlechter Haltung oder von Privatpersonen, die ihr Tier abgeben müssen oder wollen ! Wir alle arbeiten ausschließlich ehrenamtlich und aus Liebe zu den Tieren ! Unser Verein finanziert sich durch Spenden, Schutzgebühren und Mitgliedsbeiträge.
In Spanien unterstützen wir ein regionales Tierheim, das „Refugio“ in Andujar. Dort kümmert sich eine kleine Gruppe spanischer Tierschützer ehrenamtlich um ca. 100 Hunde, die ohne das Tierheim kaum eine Überlebenschance hätten. Wir unterstützen das Refugio mit Geld- und Sachspenden, so oft es geht mit Hilfe vor Ort und natürlich durch Vermittlungen der armen Seelen in ein schönes Zuhause.
In diesem Jahr konnten wir sehr viele Sachspenden sammeln und beschlossen daher, sie mit einem Spendentransport nach Andújar zu bringen. IVECO Nord stellte uns einen IVECO Daily-Transporter zur Verfügung und Fahrer waren auch schnell gefunden, Iris und Joachim, langjährige Unterstützer der Vergessenen Pfoten.
Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal recht herzlich für die großzügige Unterstützung bedanken, auch im Namen des spanischen Teams und natürlich im Namen der Hunde.


Und hier der Reisebericht von Iris und Joachim:


Am 16.03.14 fuhren Achim und ich nachmittags zu unserer Freundin und Zwieten Vorsitzenden der Vergessenen Pfoten, Hanna, nach Duisburg, um den Iveco Daily zu übernehmen. Wir kamen am Spätnachmittag an und da stand er. Fast funkelnagelneu und ausgestattet, mit allem, was das Fahrerherz auf einer 4800 km langen Tour begehrt. Tempomat, Klima-Automatik, bequeme Sitze und ein super Radio mit allem Schnickschnack…Wir fuhren mit Hanna nach Grevenbroich, um die gespendeten Hilfsgüter einzuladen, die übers Jahr zusammengekommen waren. Bei unseren Vereinskollegen Barbara und Holger war alles in der Garage eingelagert. Der Iveco war in Hamburg schon mit Spenden beladen worden und wir packten noch reichlich Kartons und Säcke dazu – genauestens überwacht von Holger und Barbaras Hunden. Nachdem alles verstaut war, gönnten wir uns alle ein richtig gutes Essen beim Griechen und dann ging´s zurück nach Duisburg, wo wir noch fix einige weitere Flugtransportboxen einluden.

Da es schon ziemlich spät war, ging’s dann „husch, husch“ ins Körbchen. Am nächsten Morgen ging es dann endgültig los. Das Navi an und ab die Post.
Wir fahren jedes Mal eine andere Strecke und dieses Mal fuhren wir über Freiburg.
Achim und ich waren nun zum dritten Mal mit einem Spendentransport unterwegs nach Andújar. Wir lieben jedoch diese langen Fahrten, es ist herrlich miteinander unterwegs zu sein. Proviant und eine Palette Red Bull waren an Bord, das Wetter durchwachsen, die Stimmung prächtig.


Nach ein paar Stunden war ich das erste Mal mit Fahren dran und ich muss sagen, ich war überrascht, wie gut ich von Anfang an mit dem Daily zurechtkam. Ich bin klein und hatte es trotzdem bequem. Alles war super leichtgängig und es fuhr sich sehr komfortabel. Die anderen Transporter auf den Fahrten vorher fuhren sich lange nicht so angenehm. Wer schon einmal drei Stunden in Paris im Stau gestanden hat und mit einer schwergängigen Kupplung kämpfen musste, weiß wovon ich rede.
Wir haben uns alle vier Stunden am Steuer abgewechselt und als es in die Nacht ging, alle zwei Stunden.
Irgendwo bei Tarragona gegen 4 Uhr nachts haben wir dann zwei Stunden Rast gemacht. Ich hatte mich auf dem Fahrersitz zusammengeringelt und Achim hat auf der Beifahrerseite geschlafen.
Um 6 gab es ein Cowboyfrühstück (Kaffee, zwei Zigaretten) und drei Runden in der Morgenfrische um den Daily, dann Zähneputzen und Katzenwäsche am Tankstellenwaschbecken und wieder ab auf die Bahn. Die Autobahnen in Spanien sind der Hammer und es gibt in den Raststätten einen unglaublich guten Kaffee. Irgendwann taucht dann der erste riesige schwarze Stier neben der Bahn auf und du weißt, du bist endlich in Andalusien. Gegen 13 Uhr waren wir endlich in Andujar und sind erst mal zum Hotel gefahren.


Normalerweise schlafen wir im Refugio in einem der beiden komfortablen Wohncontainer. Es gibt eine kleine Küche und ein Bad. Aber da wir dieses Jahr noch keinen längeren Urlaub gemacht hatten, haben wir uns für das Hotel entschieden. Eine heiße Dusche nach so einer Tour ist göttlich. Um kurz nach 15 Uhr kamen wir dann im Refugio an. Alle waren vor Ort und es gab ein großes Hallo. Nach Küsschen und jeder Menge Umarmungen ging es dann ans Entladen…wir haben alles draußen erst mal hingestellt um zu sortieren, was wohin muss. Wir hatten jede Menge Medikamente, Latexhandschuhe, Flohmittel, Handtücher, Halsbänder und Leinen, Flugboxen, Körbchen und Decken und vieles mehr rund um den Hund an Bord.

Marga, die Chefin des Refugios, war mehr als glücklich über diese dringend benötigten Dinge. Als wir den Wagen leer hatten, sah man erst, wie viel Zeug das war. Als alles verstaut war, habe ich erst mal einen Rundgang gemacht und alte Freunde begrüßt, Cherie, Taylor und mein Patenkind Roland und all die anderen Hunde. Der Hüter des Refugios, der altehrwürdige Almendron, machte uns seine Aufwartung und war plötzlich verspielt wie ein Welpe. Was zum Teil auch an der guten groben Bratwurst liegen mochte, die ich immer für ihn mitbringe.
Dann war alle Energie verbraucht und wir fuhren zurück in die Stadt. Mc Donalds versorgte uns mit Abendessen, weil wir beide keine Lust mehr hatten, uns fürs Abendessen aufzuhübschen.


Der Iveco stand direkt vorm Hotel. Nach dem Duschen fielen wir komatös ins Bett. Da merkt man, dass man keine 18 mehr ist… Wir schliefen uns erst mal aus. Am nächsten Morgen haben wir unseren tapferen Daily ausgiebig geduscht und gesaugt und den Bienenschwarm entfernt, durch den wir wohl gefahren waren. Die Tage in Andújar habe ich Achim das Steuer überlassen, da es dort recht enge Gassen gibt und ich mich dabei nicht so wohl fühle. Auch der Feldweg zum Tierheim ist eng durch die hohen Zäune an den Seiten. Die drei Tage vor Ort vergingen wie im Flug. Wir haben kleine Reparaturen erledigt und mit angepackt, Fotos von Hunden gemacht und eine kleine „to-do-Liste“ von den Vergessenen Pfoten erledigt. Abends waren wir in der Stadt bummeln und hatten so noch ein wenig Urlaubsfeeling. Der McDrive von McDonald’s heißt in Spanien Mc Auto und die Leute fahren da sogar mit Pferdekutschen durch… Das ist Andalusien…Pferdeland. Dann war morgens Abreise. Ein letztes Mal noch zum Refugio, allen Tschüss sagen, die Lieblingshunde noch mal knuddeln und mit Tränen in den Augen von dannen fahren…wir kommen wieder, versprochen.

Mittags haben wir getankt und eine Kleinigkeit gegessen. Als wir auf den Daily zuliefen sagte ich: „Achim, ist das unser Iveco dort?“ und er „Ja sicher.“ Ohhhh nein… Irgendetwas hatte unser Auto beschädigt. Er hatte eine große, völlig verschrammte Beule in Kopfhöhe über dem Beifahrer-Rücklicht. Und natürlich war derjenige über alle Berge. Wir haben den Pfoten Bescheid gesagt und Marga angerufen. Ich kann zwar Essen bestellen und nach dem Weg fragen, aber soweit reichen meine Spanischkenntnisse nicht. Marga hat mit dem Tankwart gesprochen, wo genau wir uns befanden und dann die Guardia Civil in Madrid kontaktiert. Die wiederum haben uns ihre Kollegen geschickt. Sie baten uns, ihnen zur Wache zu folgen. Nach vier Stunden waren wir wieder unterwegs, immer noch völlig geschockt. Da bekommt der Verein ein so tolles Auto zur Verfügung gestellt und nun war es beschädigt und das nicht zu knapp. Unfassbar, dann auch noch wegzufahren und sich nicht um den angerichteten Schaden zu kümmern.
Die Nacht war hart. Wir hatten durch den Unfall vier Stunden verloren und das machte sich irgendwann bemerkbar. Wir wechselten uns stündlich ab und irgendwann half auch Red Bull nicht mehr. Nach einem kurzen Nickerchen fuhr ich dann weiter. Achim konnte noch etwas weiter schlafen. Bei solchen Touren muss man an Schlaf mitnehmen, was man kriegen kann.

Dann kam Paris. Dreimal dürft Ihr raten, wer wieder in Paris im Stau stand. Am schlimmsten sind die Motorrad-und Rollerfahrer. Das ist an Rücksichtslosigkeit kaum zu überbieten. Überall schlängeln sie herum, brüllend, wild gestikulierend, einer hat sogar mit der Faust vor den Beifahrerspiegel geschlagen. Nichts passiert, Gottes Glück…ich gebe zu, ich hatte Mordgedanken…. Achim hat mich bei Laune gehalten und, nachdem es überstanden war, gleich abgelöst.
Blödes Paris…Stadt der Liebe , ha!


In Duisburg angekommen gab es erst wieder ein kleines Hygieneprogramm für unseren treuen Gefährten. Duschen, saugen, mit Cockpit-Tüchern über die Armaturen…Duftbäumchen rein, fertig. Irgendwann nachmittags trudelten wir wieder bei Hanna ein und es gab erst mal Kaffee und einen ausgiebigen Schwatz. Dann hieß es Abschied nehmen von unserem tapferen Iveco. Ich hoffe, er hat noch ein langes Leben, wird allzeit gut behandelt und bereitet den Menschen, die ihn in Zukunft fahren, genau so viel Freude wie uns. Ehrlicherweise, als wir in meinen geliebten PT-Cruiser stiegen und losfuhren, hatte ich das Gefühl, ich säße in einem Spiel-zeugauto, nach fast drei Stunden Fahrt waren wir dann wieder zuhause.
Wir hoffen, der Reisebericht hat Ihnen allen einen kleinen Einblick gegeben.

DANKE IVECO-NORD !!!


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