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Was erwarten Adoptanten von einem Tierschutzhund?
Und wo liegt die Motivation, sich für einen Hund aus dem Tierschutz zu entscheiden?

Viel zu oft liest man inzwischen von Hunden, die erst seit wenigsten Stunden, Tagen oder Wochen auf ihren Stellen sind und doch wieder dringend einen neuen Platz benötigen.
Dabei sollte dies doch der Start ins neue Leben sein, in ein besseres.
Wo der Hund eine vermeintliche Chance erhält und verstanden wird, anders als in den Herkunftsländern.
Und doch ist es dann so weit, wenn sich die Augen öffnen und der Mensch eine Erkenntnis trifft – der Hund muss weg.
Und das, obwohl der Mensch sich für ihn entschieden hat. Ihn ausgesucht hat.

Ich möchte hier jetzt nicht auf die Fälle eingehen, wo der Tierschutzverein unseriös arbeitet und die Adoptanten oder Pflegestellen arglistig getäuscht hat, was den auserwählten Hund betrifft.

Kommen wir zurück zum Thema.
Was erwarten die Menschen?
Oder gehen wir noch einen Schritt weiter zurück.
Aus welchem Antrieb heraus haben Sie sich für einen Tierschutzhund entschieden?

Denn nicht alle Gründe sind die Richtigen und gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.
Weder Mitleid noch Geiz oder das Gefühl, man müsse nun auch einen aus dem Tierschutz holen, sind gute Ratgeber für diesen Schritt.
Im Endeffekt müssen sich alle Parteien vor Augen führen, dass es nicht um die Belange der Einzelnen geht, sondern das Wohl des Hundes an erster Stelle stehen muss.

Und dazu müssen Interessenten folgendes verstehen:

Ein Hund ist ein Lebewesen.
Und ein Lebewesen wird niemals 100% funktionieren oder einschätzbar sein.
Es wird dir kein Tierheim, kein Züchter, keine Pflegestelle eine 100% Garantie oder Einschätzung geben, wie sich dein Hund bei dir entwickeln wird. Das ist unmöglich und wer dies tut, ist alles andere als seriös, außer er verkauft Stofftiere.
Und wenn euch diese Antwort nicht gefällt und ihr keine Überraschungen erleben wollt, an denen man arbeiten muss, dann bitte holt euch keinen Hund ins Haus.

Ein Hund ist mehr als nur eine Anschaffung.
Du weißt nie, was das Leben dir schenken wird, welche Höhen und welche Tiefen.
Stelle dir deine schlimmsten Befürchtungen vor und überlege dann, ob du bereit wärst diese schwere Zeit gemeinsam mit einem Hund zu bestreiten.
Natürlich gibt es Ausnahmen, dazu irgendwann mehr.

Ein Hund wird niemals wie (d)ein Kind sein und dennoch kann man sie teilweise miteinander vergleichen.
Denn auch dein Hund wird wie dein Schutzbefohlener sein.
Du wirst Entscheidungen für ihn treffen. Er ist auf dich angewiesen.

In jeder Lebenslage, ob eine Krankheit ihn plagt, du ihn mit Nahrung versorgen wirst.

Wie auch dein Leben ist das Leben (d)eines Hundes nicht vorhersehbar.
Keiner wird wissen, wie dein Hund sich entwickeln wird.
Denn dazu zählen so viele Faktoren, die zusammenkommen und eine Rolle spielen.
Wie auch bei uns Menschen.
Einen großen Anteil haben direkte Einflüsse in der Umgebung, wie bei uns.
Ja, das heißt, ein Hund kann sich bei unterschiedlichen Menschen anders entwickeln und/oder anders händelbar sein.
Dies ist eigentlich gar nicht verwunderlich und doch vergessen dies immer immens viele Menschen, die sich für einen (TS)-Hund entscheiden.

Kommen wir doch aber zur wichtigsten Frage zurück.
Warum wird den Hunden, wenn man sich für sie entschieden hat, dann nicht wenigstens Zeit gegeben?
Stellt man sich einmal vor, du hättest zum Beispiel drei Jahre irgendwo mehr schlecht als recht gelebt, bis du eines Tages in ein Heim gekommen wärst.
Dort wärst du einer von vielen gewesen, wo man sich um dich gekümmert hat, aber viel Zeit blieb da nicht für dich über. Keine wirkliche Zuwendung, keine Gute-Nacht-Geschichten.
Einige Monate vergehen, ehe man dich eines Morgens aus deinem Zimmer holen wird.
Du wirst in einen Bus gesetzt und ihr fahrt los.
Viele, viele Stunden und dann bist du da. Wo, keine Ahnung, aber du wirst erwartet.
Eine Familie wartet ganz aufgeregt auf dich und nimmt dich mit nach Hause. Und du?
Du bist wahrscheinlich erst einmal überfordert, absolut überreizt und wirst Zeit brauchen, um dich einzufinden.
Warum kann man dieses Verständnis nicht für den Hund aufbringen?

Für den Hund, der sich seine Reise zu dir nicht ausgesucht hat und dem das Verständnis für all das fehlt. DU hast es so entscheiden und dein Leben und das Leben deines Hundes zusammengeführt.
Warum wird dann bei jeder noch so kleinsten Widrigkeit die Flinte ins Korn geworfen?
Warum verstehen wir nicht, dass wir diejenigen sind, die es entschieden haben, und der Hund auf uns angewiesen ist?
Er braucht die Hand, die ihn leitet und führt, um diese Welt und die Eindrücke zu verstehen und zu verarbeiten.
Man muss verstehen, dass diese Lebewesen wahrscheinlich zuvor noch nie in diesen Situationen waren.
Wir haben sie in diese Lage gebracht und dürfen uns dann nicht vor der Verantwortung drücken oder diese abschieben, weil es schwierig wird.
Denn wir haben es so entschieden. Nicht der Hund, nicht der Verein, kein anderer Mensch.

Du hast „Ja“ gesagt.

Wenn du also vor der Entscheidung stehst, ob du einem Tierschutzhund ein Heim bieten möchtest, dann frage dich als erstes, aus welcher Motivation heraus du dich für ihn entscheiden, würdest und wähle weise.
Es ist nicht einfach eine Anschaffung.
Es ist ein Leben.

 

Quelle: DMK


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